Die Pest und den Krieg überlebt, trifft der Highlander John Cameron auf einer Hinrichtung eine alte Bekanntschaft aus Kindertagen, Madlen MacDonald, die mittlerweile als Mätresse eines zwielichten Lords ihr Dasein fristet. Schnell keimen zwischen den beiden Gefühle auf, die die Grenzen der Vernunft sprengen und so John und Madlen in den Mahlstrom der finsteren Bruderschaft der Panaceaer reissen, der Madlens “Gönner” und Vormund Lord Chester Cuninghame vorsteht. Scheinbar mit dem Teufel selbst im Bunde, kaufen Cuninghame und seine Konsorten Häftlinge, um an ihnen grausige Experimente durchzuführen. Nachdem John Cameron und seine Kameraden bei einem missglückten Befreiungsversuch Madlen zurücklassen müssen und selbst eingekerkert werden, scheint ihr Schicksal besiegelt.
Knappe 350 Jahre später versucht sich die Biologin Lilian von Stahl an der Entschlüsselung des Erinnerungscodes in menschlichen Genen und sieht nach einem Selbstversuch einen Mann in altertümlicher Kleidung. Noch gebannt von dieser Vision, geht Lilian auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit und kreuzt nicht nur die Wege der scheinbaren Nachfahren von John Cameron, sondern auch den der Bruderschaft der Panaceaer, die mittlerweile über ein weltumspannendes Netzwerk verfügen und immer noch versuchen, einen Fehler aus der Vergangenheit auszumerzen. Was folgt, ist nicht nur die Konsequenz aus dem Zusammentreffen verschiedener Menschen, sondern die Fortsetzung einer Geschichte bestehend aus Liebe, Kameradschaft und Tod, die vor 350 Jahren ihren Anfang nahm.
“Ihr Tod war deine Auferstehung – Ihre Auferstehung wird dein Tod sein.” – Diese Inschrift eines Grabsteins, die den Leser am Ende des ersten Buchteils im Jahr 1648 verbittert zurücklässt, ist das Versprechen und das Programm für die Gegenwart und ein Versprechen an die Ideologie, das das Gute und die Liebe immer siegen. Und auch, wenn der Weg dorthin von Steinen und Schmerzen gesäumt ist, so ist der Glauben an die ewige Liebe in diesem Werk nicht nur eine hohle Phrase. Parallel gelingt es Martina André dann noch einmal mehr, einen Spannungsbogen erfolgreich von der Vergangenheit in die Gegenwart zu portieren und in einem Grande Finale enden zu lassen, so dass letztendlich Fans aller Genres in der “Teufelshure” auf ihre Kosten kommen sollten!
Fazit: Martina André brilliert erneut und schenkt uns einen der wahrscheinlich grössten Highlights des Genres in diesem Quartal und auch des Jahres 2009. Fiktion, Geschichte, Wissenschaft, eine rührende Lovestory und der “Schottland”-Faktor (unabhängig vom stetig präsenten “Highlander”-Flair) machen “Die Teufelshure” nicht nur aus literarischer, sondern gerade aus inhaltlicher Sicht zu einem rasant erzählten Meisterwerk, das definitiv eine hervorragende Recherche als Basis haben MUSS! Absoluter Pflichtkauf!
© 2009 Oliver Pifferi. Alle Rechte vorbehalten.