Wieder ist ein Jahr vorbei, wieder ist es Zeit, zu reflektieren, was passiert ist. Was man hätte besser machen können. Was andere hätten besser machen können. Und vor allem: Was der Morgen bringt und in welche Richtung sich unsere liebe Welt dreht. Zeit also für den einen, persönlichen und vielleicht doch recht argwöhnischen Jahresrückblick, der vielleicht niemanden interessiert, für mich aber quasi selbsttherapierende Züge trägt!
2011 ist also Geschichte, doch was hat das Jahr uns gebracht? Was war auffällig, was war zu erwarten, was hat uns aus der Bahn geworfen? Und was ist es einfach wert, in einem persönlichen Jahresrückblick zu enden und dabei noch mehr oder weniger stark durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen zu werden?
Der arabische Frühling zeigt, dass auch in gewissen Teilen der Welt der Gedanke einer freien Welt nicht permanent unterdrückt werden kann – und das Völker, die über Jahrzehnte unterdrückt wurden, irgendwann auch einmal die Nase voll haben. Prominente Opfer waren der ägyptische Neuzeitpharao Husni Mubarak (nur vertrieben) sowie Libyens Langzeitdespot Muammar al-Gaddafi (auf unerklärliche Weise und in fast lynchjustizähnlichen Zuständen plötzlich zu Tode gekommen). Italiens Neucäsar Silvio Berlusconi hingegen hatte das Glück, nicht im arabischen Raum ansässig gewesen zu sein: So verlor er neben dem Stuhl, den man in Italien endlich erfolgreich mit der Säge traktierte, nur sein Amt und ein wenig seiner Würde, nicht aber Toupet, Vermögen oder gar sein Leben. Sicher ist: Berlusconi ist wie Putin in Russland. Er kommt wieder, ganz gleich, was das Volk mag oder sich gar traut zu wählen. Die neuzeitliche unendliche Geschichte also.
Das Zeitalter der Atomkraft ging im Jahr 2011 allmählich seinem Ende entgegen – saubere Energie gab es nur dort, wo nichts passierte beziehungsweise wo man etwaige Störfälle locker verschweigen konnte. Hier versagte in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts sowohl die russische Propagandamaschine als auch im Laufe des Jahres 2011 die Presseabteilung von Tepco, nachdem Fukushima das Tschernobyl der Neuzeit in Japan wurde. Wer hätte auch von Tsunamis in Japan ausgehen können, wenn man auf dem Reissbrett ein Atomkraftwerk am Meer plant? Das Ergebnis: Eine atomare Katastrophe, die nun für Jahrzehnte eine Todeszone rund um den havarierten (und immer noch strahlenden) Atommeiler geschaffen hat. Der Nebeneffekt? Wir fangen endlich an, darüber nachzudenken, das nichts ohne Preis zu bekommen ist. Auch keine Kernenergie!
Das Zeitalter des Euros geht auch irgendwie seinem Ende entgegen, doch niemand will es wahrhaben – genauso wenig, wie man seinerzeit wahrhaben wollte, das ein Volksentscheid vielleicht die bessere Variante gewesen wäre. Nun spielen wir aber in Form von Angela Merkel in perfekter Koexistenz mit Nachwuchsnapoleon Nicolas Sarkozy Euro-Polizei und hauen gewissen Kollegen aus der Eurozone brav auf die Finger. Wenn es gar nicht mehr klappt, muss eben der oft zitierte “Rettungsschirm” ran und zum Dank gibt es dann in Griechenland Nazi-Plakate mit Angies Konterfei drauf. Dankbarkeit ist alles, auch im Euroland. Persönlich denke ich, dass wir auch weiterhin alles dafür tun, dass das Modell “Euro” nicht scheitert und am Ende sowieso wieder wie der gute, alte, aber leider einfältige deutsche Michel darstehen werden – weil uns am Ende niemand mehr helfen kann, wenn Griechenland, Spanien, Italien, Irland und Portugal kernsaniert worden sind.
Technisch gesehen, ist die “Cloud” salonfähig geworden – was früher “Application Service Providing” hiess und schlichtweg das Auslagern lokaler Daten in Datacentern darstellte, ist heute die Wolke. Sicherlich DER Trend schlechthin und stark begünstigt durch Microsofts Office 365, um einmal die Paradelösung schlechthin direkt beim Namen zu nennen. In Bezug auf Hardware sind die “Ultrabooks” im Kommen, mal wieder angeführt durch den Branchenvordenker Apple und das MacBook Air, das seit einigen Monaten auch mein bester mobiler Freund ist. Hackergruppen via “Anonymous” haben uns dann auch gezeigt, das nichts – aber auch wirklich nichts und niemand! – seine Daten wirklich sicher wissen kann. Das Paradebeispiel für einen Daten-GAU war dann leider Branchenriese Sony, der mal eben für längere Zeit ausserplanmässig seine Onlinedienste des PlayStation Networks dichtmachen durfte. Setzen, sechs!
Gestorben sind auch dieses Jahr viele Menschen, die man einzeln nicht erwähnen kann, weil es den Rahmen sprengen würde. Menschen des öffentlichen Lebens, die darunter waren, sind auch zu zahlreich – die, die mich aber persönlich besonders berührt haben, seien hier einmal kurz erwähnt:
In welche Richtung sich mein Jahr 2012 entwickeln wird, wird sich zeigen. Vorsätze sind mal wieder genug da: Neben mehr Sport und mehr Zeit für die Familie steht für mich besonders das Wiederfinden der inneren Ruhe (den sprichwörtlichen “Gang herunterschalten”) sowie die Reduzierung des alltäglichen IT-Wahnsinns gepaart mit dem Anstieg des Lesevolumens (welches im letzten halben Jahr deutlich zu kurz gekommen ist) im Fokus. Gelingt es mir dann noch, all das mit der wiederzufindenden beruflichen Zufriedenheit und Perspektive zu kombinieren, bleibt nur noch ein Wunsch über: Gesundheit für mich und meine Lieben, denn nichts meiner materiellen und ideologischen Wünsche könnte dies ersetzen – und dessen sollte man sich auch im heutigen schnellen Zeitalter einfach mal bewusst werden.
In diesem Sinne: Adieu, 2011. Willkommen, 2012. Machen wir es besser, denn die Welt ist mal wieder im Umbruch. Und spätestens, wenn am 21. Dezember 2012 der Maya-Kalender sein finales Ende findet, werden wir wissen, was die Zeit geschlagen hat. Oder auch nicht!
ist Oliver Pifferi und ich arbeite als Infrastructure Specialist bei der HP Mid-market Solutions GmbH in Koblenz sowie als freier Autor!
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ich mich bevorzugt mit Cloud- & Server-based Computing, Virtualisierung, IT-Security und E-Mail-Archivierung sowie CMS-Systemen und SEO.
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